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Geotechnik-Seminar, 24.05.2007: Tagungsbericht |
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Injizieren und verfestigen
Der Bereich der Injektionen im Bauwesen wird immer breiter. So lassen sich mit geeigneten Verfahren und geotechnischen Spezialbindemitteln auch hochbindige Böden aufbrechen und verfestigen. Markus Caprez vom Institut für Geotechnik der ETH Zürich führte durch die von der GEOROC, dem Spezialbindemittelbereich der Holcim (Schweiz) AG, organisierte Tagung.
Das heutige Bauwesen ruft auch bei schwierigen geologischen Verhältnissen nach sicheren und günstigen Lösungen. Dabei kommt geotechnischen Spezialbindemitteln eine sehr wichtige Rolle zu, denn mit ihnen lässt sich das Erdreich schon bei geringer Dosierung so konditionieren, dass es die für das Bauvorhaben notwendige Festigkeit erreicht. Spezialbindemittel sind zudem äusserst kostengünstig.
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Böden aufbrechen und verfestigen
Das dritte Geotechnik-Seminar widmete sich hauptsächlich dem Bereich der Injektionen. Harry Wirth als Vertreter der organisierenden GEOROC erläuterte die Anwendungsgrenzen, die Poreninjektionen gesetzt sind. Abhängig von der Korngrösse des zu injizierenden Bodens können zwar verschiedene Bindemittel oder Suspensionen noch in die Poren eindringen. Sobald aber sandige,siltige oder gar tonige Böden verfestigt werden müssen, stellt das Jetting (oder Düsenstrahlverfahren) das einzige gangbare Verfahren dar, das daher auch immer häufiger angewendet wird.
Hansjürg Gysi, Partner von Gysi, Leoni, Mader AG, stellte mit der Unterführung unter dem Bahnhof Horw ein Bauwerk vor, das in einem schwierigen bis tückischen Baugrund zu errichten war: in Schichten abgelagertes organisches Material mit mächtigen Sandlinsen und zwei Grundwasserstockwerken. Das untere war zudem gespannt und durfte wegen der Trinkwasserversorgung während des Baus nicht entspannt werden. Hier musste der Baugrund regelrecht von seiner Umgebung entkoppelt werden. Seitlich dienten dazu Spundwände, die einzelne Kammern angrenzten, während eine Düsenstrahlsohle den unteren Abschluss bildete. Mit Hilfe von Brunnen liess sich so ein trockener Körper erzielen, der sicher ausgehoben werden konnte.
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Die Referenten sowie der Moderator von links nach rechts: Marcel Baumann, Harry Wirth, Markus Caprez, Hansjürg Gysi und Daniel Schäublin sowie Ivan Graf, Leiter der GEOROC.
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Verfüllen und sichern
Beim Bau des Uetlibergtunnels bildeten wasserführende Lockergesteinsstrecken die schwierigsten Abschnitte. Deren Entwässerung im Tunnellängsgefälle war mit einem druckhaltenden Abdichtungssystem zu unterbinden. Daniel Schäublin, Sicherheitsbeauftragter der Arbeitsgemeinschaft, erläuterte, welche Gefahr dabei der Abdichtung droht, wenn die betonierte Innenschale nicht satt an ihr anliegt. Im Bereich des Firsts entstehen dabei naturgemäss die meisten Hohlräume, die nachträglich zu verfüllen sind. Die Suspension der Firstspaltverfüllung basierte auf Doroflow, dessen hohe Mahlfeinheit und gute Fliesseigenschaften es für solche Fälle besonders geeignet machen.
Auch das letzte der vorgestellten Bauwerke wartete mit einigen geotechnischen Knacknüssen auf: Der Tunnel sous la Trême stellt einen Teil der neuen Umfahrung von Bulle dar. Er verläuft im Lockergestein, liegt im Grundwasser und unterquert mit nur 3,5 Metern Überdeckung das Flüsschen Trême. Der Baustellenchef des ausführenden Konsortiums, Marcel Baumann, beleuchtete in seinem eloquenten Referat sämtliche Aspekte des Bauwerks und zeigte die geotechnischen Probleme auf. Wie im Lockergestein heute üblich, wird der Tunnel im Schutz eines Rohrschirms aus Jettingsäulen vorgetrieben. Im Bereich der Flussquerung sorgte sogar ein doppelter Rohrschirm für die unbedingt notwendige Dichtheit.
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Jetting mit hohem Potenzial
Zum Abschluss stellte Markus Caprez im Sinne einer Zusammenfassung fest, dass sich das Jetting immer mehr durchsetze. Das fast grenzenlos einsetzbare Verfahren und die kostengünstigen Spezialbindemittel lassen nach seinen Worten ein hohes Anwendungspotenzial erwarten.
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