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Wer Elementbauweise hört, denkt schnell an Plattenbauten oder an Göhnersiedlungen. Die Holcim Betontagung zeigte, dass das Feld der Vorfabrikation um einiges weiter ist und dass Fertigelemente ein beachtliches Potenzial aufweisen. Die Tagung wurde von Thomas Vogel, Professor am Institut für Baustatik und Konstruktion der ETH Zürich, auf ruhige und zurückhaltende Art kompetent moderiert.
Plattenbauten verliehen dem Elementbau seinen Ruf der billigen Lieblosigkeit. Der Architekt Bruno Krucker dagegen betrachtet Elemente als Teile seines strukturellen Denkens. Darunter versteht er eine bauliche Gestaltung mit Fertigteilen, die mit Rücksicht auf das Fugenbild des fertigen Baus mit teilweise hoch komplexen Einzelelementen arbeitet, die sich auf intelligente Weise zu einem einfachen Ganzen fügen. Auch der Bauingenieur Carlo Bianchi schätzt die von ihm als integrale Bauteile bezeichneten Elemente wegen ihrer Vielseitigkeit: Von der Form und der Oberflächenbeschaffenheit über die in ihnen verlaufenden Leitungen und Hohlräume über die Struktur, die sich aus der Gesamtheit der Einzelteile ergibt, bis hin zur tragenden Grundfunktion jedes Bauteils. Bianchi verschwieg aber nicht, dass der Einsatz solcher Teile mit der heute vielfach üblichen „rollenden“ Planung kollidieren kann. Der Elementwerkbetreiber Christoph Ruch zeigte dem Publikum minutiös auf, welche Faktoren von der Offerte bis zur Auslieferung von Bedeutung sind. So erfuhr man beispielsweise, dass Hochleistungsbetone geringere Abmessungen zulassen und damit dem Wunsch von Architekten- und Betreiberseite entgegenkommen oder dass selbstverdichtende Betone einen Arbeitsgang einsparen und die massiven Geräuschpegel in der Fertigung eliminieren.
Für den Leiter der Hochbauabteilung der Züblin-Strabag AG, Franz Aebli, spielt die Vorfertigung schon bei der Kalkulation eine wichtige Rolle. Anhand mehrerer Bauten verdeutlichte er, wo sich der Einsatz vorfabrizierter Teile lohnt. Stützen, Treppen, Licht- und Liftschächte, aber auch Haupt- und Sekundärträger sowie generell alle zu filigranen Teile, die auf der Baustelle nicht sicher und schnell genug hergestellt werden könnten, sind Kandidaten für die Vorfertigung.
Zum Abschluss gewährte die Betontagung auch noch einen Blick ins benachbarte Ausland. In Deutschland, so zeigte Martin Wochner, Betreiber des gleichnamigen Fertigteilwerks, wird einiges mehr vorgefertigt als in der Schweiz. Und nicht nur mehr, sondern auch mit grösseren Abmessungen und tieferer Marktdurchdringung. Selbst riesige Teile mit Gewichten von bis zu 100 Tonnen werden in kurzer Zeit gefertigt, ausgeliefert und montiert.
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Holcim (Schweiz) AG
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Weitere Informationen |
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| 11. Holcim Betontagung: Tagungsbericht
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